Jürgen Klein: Da steckt Leben drin

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Jahresrückblick im CC am 8. Januarr 2016

Das war ein grandioser Start ins neue Jahr – Dr. Jürgen Klein zog bei seinem Jahresrückblick alle in vier Jahren erprobten Register, um die vielfältigen Aktivitäten des Civilclubs ins rechte Licht zu setzen und zu würdigen,

von den Abendvorträgen über die Damenkaffees bis zu Museumsbesuchen und Reisen und Konzerten: Es war eine extreme Bandbreite, die er mit Musik und Originalton würzte. Jürgen Klein: „Erst beim Rückblick erhält man den richtigen Einblick ins Clubleben.“ Wie wahr!

Dieses Neujahrstreffen (8. Januar 2016) hatte auch ein großartiges CC-Publikum, gut 120 gut aufgelegte Civilisten und Gäste hatten sich im festlich illuminierten Saal eingefunden, um gemeinsam den Jahresbeginn zu feiern. Dabei waren es wenige Tage zuvor sogar mehr als 140 Interessierte gewesen, jedoch akute Erkältungen machten etlichen einen Strich durch die Rechnung. (Eigentlich selbstverständlich, dass die Zuspät-Abmelder den Preis fürs Essen an die Clubkasse entrichten, denn der Gastronom belastet damit den Club.)

Für diesen festlichen Auftakt hatte sich die Gastronomie auch richtig ins Zeug gelegt – „Sous Vide gegartes Schaufelstück vom Rind mit Rahmpolenta und Wintergemüse“ hatte Jeanine Bäumer auf die Speisekarte geschrieben – in einfachem Deutsch heißt das: Fleisch aus der Rinderschulter, das Vakuum gegart wurde, mit Maisbrei: Einfach köstlich, das Fleisch zerging auf der Zunge. Damit sich der Preis in Grenzen hielt, hatten wir aus der Clubkasse ein paar Euro beigesteuert.
Rückblicker Klein ließ die Abendvorträge abrollen, von dem ersten Vortrag im Januar über Flüchtlinge (deren Menge damals noch keine Probleme aufwarf) bis zur Westfaleninitiative im Herbst, den Damenkaffees mit dem ausgefeilten Programm, vorgetragen von den Managerinnen Rosemarie Schulze und Carmen Schleiermacher (Erika Günther war erkrankt), dem sich nahtlos der Literaturnachmittag anschloss. Hans-Günther Götze erzählte von dem Spaß, den die Konzerte im CC mit den hoch talentierten Meisterschülern bereiten. Manfred Niehoff hatte mit den Reisen und attraktiven Museumsbesuchen einen gewichtigen Part zum Clubleben beizusteuern. Dr. Renate Düttmann-Braun berichtete von der einzigartigen Luther-Reise und versprach: Wir werden weitermachen mit der Reiserei. Rosemarie Nolle stellte den Bürgerbrunch und den Nikolausabend vor, Sigrid Karliczek steuerte ihre Denkmalfahrten bei, Elisabeth Schliemann gab Einblick in ihre Malerei. „Das ist kein Club im herkömmlichen Sinne, da steckt richtig Leben drin“, konstatierte Jürgen Klein angesichts dieser schier unglaublichen Vielfalt.

Und dann kam einer der Höhepunkte des vergangenen Jahres, die 240-Jahr-Feier am 25. April, mit einem Filmchen und Fotostrecken, auch von der eindrucksvollen Kellnerbrigade – Jürgen Klein: Die konnte schon Traumschiffatmosphäre vermitteln. Ein besonderer Clou war ein Filmporträt, das der WDR 2013 vom Ehepaar Folkerts gemacht hatte – Anlass war die Übergabe der Annette-Sammlung an die Hülshoff-Stiftung. Da war Atmosphäre drin, es gab viele Informationen – ein eindrucksvolles Dokument, das in unserem Archiv für die Zukunft aufbewahrt wird.Und schließlich (jetzt muss der Präsident wieder über sich selbst schreiben) vollzog Jürgen Klein eine Würdigung des Präsidenten und rief zu Standing Ovations auf: Danke an alle, die reichen Beifall zollten – noch bin ich Präsident! Und noch ein Bonmot von Jürgen – „EO bedeutet auf Englisch extraordinary“. Es war außergewöhnlich und anrührend. Angereichert wurde der Jahresrückblick von ihm mit vielen Geschichtchen zur CC-Geschichte 2015.
Eingeleitet war der Abend auch durch außergewöhnliche Musik: Pjotr Rangno brillierte auf seinem Akkordeon, er zauberte eine unglaubliche Klangfülle mit seinen vielen Knöpfen und Tasten, melodiös und artistisch, und wusste auch Anekdoten zu erzählen, beispielsweise die über den kleinen Bruder Bandoneon, von einem Musiker namens Heinrich Band erfunden, das vor allem in Südamerika überall eingesetzt werde, überall vom Altar bis zur Nachtbar.

Ich denke, es war ein gelungener Abend. Und für Dr. Jürgen Klein ein furioser Abgang von der Bühne des CC.

E.O.