Ein Hobby mit viel gutem Geschmack

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Damenkaffee am 8. März 2016

Ein Hobby mit viel gutem Geschmack – für Augen, Ohren und Mund
Das war nicht nur eine virtuelle Reise in die Welt des guten Geschmacks, nein es gab auch köstlich mundende Anschmecker in Form von liebevoll gestalteten Pralinen:

Dr. Petra Strümper berichtete in Wort und Bild von ihrem exquisiten Hobby und ließ der Theorie auch die Praxis folgen. Der 8. März 2016 war ein außergewöhnlicher Damenkaffeenachmittag, vermittelt vom Ehepaar Wetzell.

Dabei war es Petra Strümper wahrlich nicht in die Wiege gelegt, dass sie sich einmal diesem schmackhaften Hobby widmen würde – sie ist studierte Molekularbiologin und verdient den Lebensunterhalt zusammen mit ihrem Mann als Immobilienmanagerin. Und dann wurde sie Handwerkerin im Auftrag des Geschmacks, machte eine Ausbildung mit Auszeichnung durch, ist in der Handwerkerrolle eingetragen und gehört zur Konditoreninnung. Die Referen­tin verstand es unterhaltsam, diese uns doch unbekannte Welt der Schokoladen-Produktion näher zu bringen, angefangen bei der Historie, als der Konquistador Cortez im 16. Jahr­hundert die Kakaobohne für Europa entdeckte, über das Fastengetränk der Geistlichen bis hin zur Kakaobohne als Währung bei den Azteken. Vier Millionen Tonnen werden jährlich geerntet, zwölf Prozent des Welthandels entfallen auf Deutschland. Und man höre und staune: Jeder Deutsche isst im Schnitt elf Kilo pro Jahr!

Dann ging´s zum Geschmack, der natürlich stark subjektiv beherrscht ist. Wobei die Industrie mit vielen preiswerteren Zusatzstoffen arbeitet, die aufwändige Verpackung verspreche oft mehr als der Inhalt bieten könne. Interessant auch, dass ein Baum, dessen Nüsse mit der Hand geerntet werden, Grundstoff für 100 Tafeln liefert. Sie hatte ein paar Ansichts­exemplare der Nüsse mitgebracht. Dieser Grundstoff kostet sie 20 Euro das Kilo. Der Verar­beitungsrekord liegt für Petra Strümper bei 700 Kilogramm pro Jahr, immerhin. Bei dieser Gelegenheit sprach sie auch das Thema Kinderarbeit an, die in den Herstellungsländern selbstverständlich sei, zur Tradition und Kultur gehöre. Verantwortungsvolle europäische Firmen sorgten aber dafür, dass diese Kinder eine Ausbildung erhielten. Der wertvollste Be­standteil der Kakaobohne ist die Kakaobutter, die das Grundprodukt für zahlreiche kosme­tische Cremes liefert.

Ein kleiner Film gab Einblick in ihre Produktion, wie tatsächlich per Hand die Pralinen gegossen werden und welch aufwändiger Prozess erforderlich ist, um die gewünschte Konsistenz der Schokolade zu erzielen: „Die muss richtig knacken.“ Sie verarbeitet nur authentische Stoffe ohne jede Konservierung. Der Film führte auch eine Reihe von künstle­rischen Kreationen vor, so dass man nur staunen konnte.

Die köstlichen Produkte von Petra Strümper sind nicht mehr im Laden zu kaufen – „der bürokratische Aufwand für die Deklaration war mir zu hoch.“ Sie arbeitet auf Bestellungen für besondere Anlässe, und braucht sich über einen Mangel an Aufträgen nicht zu beklagen.
Zum Schluss gab sie noch einen guten Rat mit auf den Weg: Wenn man Schokoladen­produkte verschenken wollte, sollte man sie immer zuvor probieren. „Und verlassen Sie sich stets auf ihren eigenen Geschmack.“                      E. O.