Zu Gast im Schokoladenparadies

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Besuch in einer Schokoladenmanufaktur am 12.April 2016

Das Schokoladen-Paradies hat eine Adresse – Loburg 30, mitten in einer ländlich einsamen Gegend von Ostbevern.

Hier zaubert Dr. Petra Strümper ihre verführerischen Kreationen, und eine kleine Gruppe von Civilisten durfte ihr dabei über die Schulter bzw. auf die Finger sehen (12. April). Es war eine Welt voller Überraschungen, die schon damit anfingen, dass wir in dem kleinen Schokoraum die Temperatur bis zu einem kritischen Punkte hochtrieben – die Schokoladenmasse wird dann nicht mehr richtig hart. Was auch bedeutet: Im Sommer werden in der Regel keine Pralinen produziert, Petra Strümper pflegt dann aber ein anderes Hobby, sie kümmert sich um ihren Rosengarten. Denn das ist richtig: Ihre Schokoladenmanufaktur ist für sie reines Hobby, die Preise, die erzielt werden können, decken nicht den Aufwand. Die Chocolatiere (merkwürdigerweise überwiegt die männliche Form bei der Berufsbezeichnung) muss für dieses süße Hobby nicht nur über viel Können (sie hat ja eine regelrechte Ausbildung absolviert, wie sie neulich beim Vortrag ausführte) verfügen, sondern auch viel Zeit und viel Arbeit investieren und vor allem viel Spaß mitbringen. Apropos Zeit: Für das Wappentier in Ostbevern, den Biber, gibt es eine Hohlfigur, die nach dem Guss bis zu zehn Minuten gedreht werden muss, mit der Hand. Staunen erweckte auch die perfekte hoch glänzende Maschinenausstattung, die sich dann im Kochlabor ihres Mannes fortsetzt, Heinz Daugart betreibt Kochen auf wissenschaftlicher Basis, sein Wissen und seine Fähigkeiten als Physiker fließen dabei mit ihrem Wissen als Molekularbiologin zusammen. Auch diese Küche – reines Hobby im Dienste des guten Geschmacks. Auf die Frage, warum er denn diesen Aufwand betreibe, antwortet Heinz Daugart: „Wir wollen Verständnis wecken für Qualität.“ Das ist jedenfalls dem Ehepaar bestens gelungen. Diese Begegnung der außergewöhnlichen Art wurde angeregt vom Ehepaar Wetzell.                                      E. O.