Kreuz und quer durch die Kreuz-Vielfalt

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Damenkaffee am 14. Juni 2016

Das Kreuz gilt als christliches Symbol schlechthin – dabei ist es viel weiter verbreitet und viel älter als die christliche Kirche, erklärte Dr. Hans-Joachim Hubrich zum Einstieg in seinen Vortrag „Kreuz + Quer“ beim Damenkaffee.

Kreuze findet man beispielsweise am Bundeswehr-Panzer, beim Bundesverdienstkreuz, als Schmuck und schon im alten Uruk. Das Kreuz ist also allgegenwärtig. In der entsprechenden Ausstellung in Alverskirchen im vorigen Jahr galt das Interesse aber dem christlichen Kreuz in der Familie und in der Tradition. Nach dem Aufruf hatten die Planer vielleicht mit 50 Kreuzen gerechnet – es wurden dann 300 angeboten, von denen immerhin 170 in der Kirche und im Pfarrhaus ausgestellt wurden.

Wichtig und interessant war es, die Geschichte und die Geschichten zu den verschiedenen Kreuzen heraus zu finden, weshalb intensive Befragungen der Besitzer und Familienmitglieder erforderlich waren. Die Ergebnisse waren häufig mit starken Emotionen verbunden. Insgesamt kann man diese Kreuz-Sammlung als Ausfluss der Volksfrömmigkeit werten – das Kreuz als Ort des stillen Gebets oder auch nur der Tradition.

Der Zeitrahmen ging zurück bis in die früheste Besiedlung der Bauerschaft und der damit verbundenen Christianisierung. Sohn Martin vom CC-Ehepaar Hack suchte als Hobbyarchäologe dazu mit einem Metalldetektor die Ländereien ab und wurde fündig. Ein Schwerpunkt lag natürlich auf der Zeit der Gotik und vor allem der Neogotik des 19. Jahrhunderts. Jochen Hubrich hatte alles fotografisch dokumentiert, so dass er bei seinem Vortrag aus dem Vollen schöpfen konnte. Es war jede Gattung vertreten – bunte Kinderkreuze, die zur Kommunion geschenkt wurden, Hand- und Sterbekreuze als Zeichen der Glaubenstradition, aus Metall, geschnitzt, es war eine reiche Vielfalt.

Die Ausstellung in Alverskirchen, vom Schatzkammerverein organisiert, musste mit bescheidenen Mitteln auskommen, 3500 Euro standen für die Ausgaben zur Verfügung, die von Spenden gedeckt wurden. Und davon wurde auch ein Beiheft gedruckt. Schwierig war die Frage der Versicherung, denn dazu musste der Wert der Kreuze ermittelt werden. Auch eine mögliche Restaurierung spielte eine Rolle.

Jochen Hubrich wusste fesselnd und bildreich darüber zu berichten, und das Thema verlockte einige zu eigenen Anmerkungen und Abschweifungen, so dass ein kurzweiliger Nachmittag entstand. Was die zahlreichen Teilnehmer mit dankbarem Applaus bedachten, und von Rosemarie Schulze vom Leitungsteam erhielt der Referent als Anerkennung eine Flasche Wein.                  E.O.