CC zu Besuch in den "hoffelijke Tuinen"

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Gartenfahrt des CC  am 30. Mai 2017

Eine andere Welt, nur wenige Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze, keine Hektik, alles gleichsam entschleunigt: „Ich mag die Niederländer“, bekennt Dr. Carsten Seick auf der Gartenfahrt durch die nahe Twente. „Die Niederlande sind wie ein Ei, klein, aber alles drin.“

43 Mitglieder des Civilclubs erlebten zauberhafte Gartenträume, „hoffelijke Tuinen“, höfliche Gärten, wie die Öffnung seit 2010 genannt wird: „Es ist höflich, dass die Gartenbesitzer ihre Tore für das Publikum öffnen.“

Das reinste Paradies stand am Anfang, in Denekamp, wie viel tausend (?) Quadratmeter vor zwei alten niedrigen Bauernhäusern, gepflegt von einem älteren Ehepaar, Lenny und Ben Leushuis, die gleichsam nichts anderes tun, als sich ihrer gepflegten Wildnis zu widmen, die eine raffinierte Anlage zwischen Kultur und Natur ist. „Alles scheint Natur, so glücklich ist die Kunst versteckt“, kommentierte Fachmann Seick. Und Ben Leushuis brachte es auf den Punkt: „Wenn es nach dem Tod kein Paradies gibt, haben wir unseres schon gehabt.“
In dem nahen Ootmarsum muss man wirklich nicht wohnen wollen, das Städtchen ist nicht nur verschlafen, es ist regelrecht eingeschlafen. Bietet Künstlern eine skurrile Kulisse, wie die dunklen Reihe der Osterkerle vor der Kirche, die traditionsgemäß den alten Brauch des Osterfeuers pflegen.

Höhepunkt ohne Zweifel war Singraven (großer Graben), Herrenhaus oder Gutshaus, im schlichten niederländischen Klassizismus erbaut, seit einiger Zeit von einer Stiftung unterhalten, die auch den Zugang regelt. Was soll man hier mehr bewundern, den riesigen Garten im englischen Stil angelegt oder das Haus selbst, vollgestopft mit alten Möbeln, wertvollen Teppichen, Gemälden, von denen jedes eine eigene Geschichte erzählen kann, mit teurem Silber und Porzellan, wie eine überdimensionierte Puppenstube, was alles die goldene Zeit der Niederlande widerspiegelt. Der große Salon dient sehr stilvoll Trauungen, der Zutritt ist nur mit Führung möglich.

Dr. Carsten Seick versteht es gekonnt, durch die Landschaft zu führen – „wie schön ist unsere Heimat“, und den Gast an seinem Wissen teilhaben zu lassen, streift weltgeschichtliche Ereignisse wie den Westfälischen Frieden oder schildert die Geheimnisse des Holunders – „Apotheke des kleinen Mannes“. Die Fahrt selbst ist perfekt organisiert und wird mit einem zünftigen Genever beschlossen. Wiederholung im nächsten Jahr. Herzlicher Dank gebührt dem CC-Organisator Manfred Niehoff.

E.O.