Katholikentag 2018 - ein Fest für die ganze Bürgerschaft

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Vortrag am 20. Juni 2017

Vizepräsident Johannes Krause-Isermann fasste den allgemeinen Eindruck zusammen: „Uns alle haben Sie wunderbar mitgenommen.“ Resümee des Abends, an dem der 101. Deutsche Katholikentag in Münster im Jahre 2018 im Civilclub vorgestellt wurde,

und zwar von einem spannenden Duo: Anne Hakenes saß viele Jahre für die SPD im Rat der Stadt Münster, sie nimmt hohe Ehrenämter in Kirche und Gesellschaft wahr und ist Vorsitzende des Trägervereins. Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp vertritt die Seite des gastgebenden Bistums – „aus berufenerem Munde ist das kaum möglich“, lobte Krause-Isermann.

In Münster ist der Katholikentag bereits zum vierten Male zu Gast, unvergessen das Jahr 1930, als 130 000 Teilnehmer vor dem Schloss den Abschlussgottesdienst feierten. Solch ein Massenansturm ist für 2018 nicht zu erwarten, aber immerhin rechnen die Organisatoren mit 30 000 bis 35 000 Teilnehmern und etwa 20 000 Tagesgästen. „Wir spüren eine erwartungsvolle Rückmeldung aus der Bevölkerung“, erklärte Anne Hanekes.

Der Katholikentag ist aus dem Auftrieb der Pauluskirchen-Versammlung 1848 erwachsen – „es gab plötzlich Versammlungsfreiheit“, blickte Dr. Klaus Winterkamp in die spannenden Anfänge der Geschichte, die Deutsche Bischofskonferenz wurde erst viel später gegründet. Das Motto des 101. Katholikentages lautet „Suche Frieden“, bewusst mehrdeutig gehalten als Imperativ oder auch als „ich suche Frieden“, und richte sich an alle Bevölkerungskreise, nicht nur an die Katholiken, sondern genauso an die wachsende Schar der Konfessionslosen. Und regelmäßig seien bei den Katholikentagen etwa zehn Prozent Protestanten vertreten – er ist also sehr breit ökumenisch aufgestellt, keine binnenkirchliche Veranstaltung. Zur Eröffnung wird der Bundespräsident erwartet, vom Papst erhoffen sich die Planer ein Grußwort.

Natürlich konnte beim Thema Katholikentag die leidige Geldfrage nicht außen vor bleiben, schließlich hat diese Kontroverse die Veranstaltung in die Öffentlichkeit katapultiert. Bekanntlich hat der Rat der Stadt vor Jahren einen Barzuschuss abgelehnt: „Ich habe mich geschämt für den Rat“, sagte Ex-Ratsfrau Anne Hanekes, die Blamage werde auf der ganzen Stadt sitzen bleiben, das ist alles nur peinlich. Wobei Klaus Winterkamp eine deutliche Unterscheidung zog: „Die Verwaltung der Stadt ist uns sehr entgegen gekommen.“

Die beiden Referenten fanden ein aufgeschlossenes CC-Publikum, interessierte Nachfragen zeigten, wie sehr das Thema die Stadt elektrisiert. Reicher Beifall dankte den Vortragenden.                                          E. O.