Liselotte Folkerts über Goethe - den "großen Helden"

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Damenkaffee am 10. Oktober 2017

1792, auf der Rückreise der Campagne von Valmy, besuchte Johann Wolfgang von Goethe auch Münster und seine dortige Freundin Amalie Fürstin von Gallitzin. Das ist ein Thema, das Liselotte Folkerts förmlich auf den Leib geschrieben ist, schließlich ist sie die Stimme der münsterschen Literatur, wie Dr. Renate Loos zu Beginn des gut besuchten Damenkaffees am 10. Oktober würdigte.

Die Begegnung mit dem Dichterfürsten ist für sie nicht neu, bereits 2010 hat sie eine Monographie „Goethe in Westfalen“ herausgebracht, dies war nun die Fokussierung auf Münster. Wobei Liselotte Folkerts es nicht bei der Begegnung der beiden beließ, sondern die reiche Phalanx der münsterschen Kultur- und Geistesgrößen aufblätterte.

Interessant waren aktuelle Bezüge, so tauchte die Buchhandlung Perrenon auf, die immerhin Goethes „Stella“ verlegt hatte. Und genau in dieser Buchhandlung wurde der Civilclub 1775 gegründet, von einigen Hofratsherren, die dringend „Erholung“ brauchten. Und auch die Kuriosität des Goethe-Kopfes im Portal der Lambertikirche fehlte nicht, den Evangelisten Lucas darstellend, für Münster ein unerhörter Akt, schließlich wurde der Weimarer Dichter hier als „großer Heide“ verunglimpft.

Liselotte Folkerts zeigte den Kreis von Münster der Amalie in dem berühmten Gemälde von Freiherr von Oer, das in einer Nachschöpfung durch Hans Georg Dornhege in der CC-Etage am Alten Fischmarkt hing. 1928 erschien in den Clubnachrichten eine leider anonyme Geschichte „Wie ich Goethe durch das Clubhaus“ führte, gemeint ist der Schmisinger Hof. Spezialist für Goethe war der Germanist Erich Trunz, der von 1950 bis 1957 in Münster lehrte und bekannt wurde durch die Hamburger Goethe-Ausgabe, die Maßstäbe in der Wissenschaft setzte. Reicher Beifall belohnte die Referentin.