Impressionisten - es kann gar nicht hell genug sein

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Ausstellung im Picasso-Museum am 2. November 2017

Das Picasso-Museum war fest in der Hand des Civilclubs – 65 Mitglieder wollten am 2. November die Impressionisten sehen, „und es stehen noch einige auf der Reserveliste“, berichtete Manfred Niehoff. Für ihn bedeutete das eine zusätzliche Anstrengung, musste er doch kurzfristig eine dritte Gruppen-Führung organisieren. Die Kunstfreunde des CC danken es ihm.

Die Impressionisten – der Ausdruck ist ja aus einem Schimpfwort hervorgegangen – malten in der freien Natur, weshalb sie auch Pleinairisten genannt wurden, das war im 19. Jahrhundert neu. Dabei schmeichelte es ihrem Ego, wenn die Zeitgenossen glaubten, das komplette Bild sei am Strand erstanden: „Der flüchtigen Skizze wurde im Atelier der feine Schliff verpasst“, wusste unsere Führerin. Den Malern in der Normandie ging es darum, die Atmosphäre einzufangen, Eindrücke und Stimmungen, das wechselnde Licht. Und, das wurde in der Ausstellung deutlich, die Künstler konnten eigentlich nie hell genug malen, hell auf hellem Untergrund, dunklere Töne bildeten eher die Ausnahme. Um diese Farbeffekte zu steigern, wurde Nebel eingesetzt, es wirkt alles wie in Watte gehüllt. In der Normandie zu malen lag für die französischen Künstler im Trend, weshalb die Normandie auch als Wiege des Impressionismus bezeichnet wird. Die Künstler bemühten sich auch, den Modegeschmack des Publikums zu treffen – so garnierte Claude Monet den Strand mit Fischerbooten, um seine Werke besser verkaufen zu können. Es war die Zeit, als sich hier das Badeleben entwickelte, wie in einigen Bildern dokumentiert.

Unsere Führerin zeigte uns auch ihr persönliches Lieblingsbild, ein Werk des amerikanischen Malers Franz Myers Boggs, das förmlich zu strahlen scheint. Die Ausstellung leitet schließlich im zweiten Obergeschoss in den Post-Impressionismus über.
Das Picasso-Museum hat dafür 83 Werke aus der noch nie in Deutschland gezeigten Collection „Peindre en Normandie“ in Caen zusammengetragen, ergänzt mit Highlights aus internationalen Sammlungen. Es war ein hoch interessanter Einblick in die Entwicklung der modernen Kunst. So geht Civilclub!                            E. O.