Enschede - Beim Snuffelaer und Krötenküsser

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Ausstellungsbesuch in Enschede am 1. März 2018

Von wegen Frühlingsanfang (meteorologischer): Am 1. März fegten arktische Böen durch die Straßen, bibbern war angesagt. Dennoch versammelte sich eine tapfere Schar von rund 40 Civilisten auf dem Hauptbahnhof, um ins niederländische Enschede zu fahren.

Ziel war die Ausstellung „De Snuffelaer“ im staatlichen Rijksmuseum, das sich bei unserer Ankunft jedoch ziemlich verschlossen zeigte: „Wir beginnen erst um 11 Uhr.“ Das nahm Gaby Niehoff nicht hin, sie klingelte resolut und siehe da, die Türen öffneten sich zum wohlig warmen Foyer. So sind sie, die couragierten und fürsorglichen CC-Damen.

Hinter dem „Snuffelaer“ verbirgt sich der bei uns unbekannte Maler Otto Marseus van Schrieck, der im 17. Jahrhundert die Stillleben-Malerei zu höchster Blüte führte. Er wid­mete sich dem Kleingetier auf dem Waldboden, Schlangen („gegrepen door de slang“), Kröten, Frösche und immer wieder Schmetterlinge („Vlinders“), die er teils drauf klebte und dann die Umrisse ausmalte. Er beschränkte sich nicht auf das einheimische Getier, sondern reicherte seine Arrangements mit Exoten an. Dabei ging er mit naturwissen­schaftlicher Pedanterie vor. Es war das Goldene Zeitalter der Niederlande, eine „Brutstätte für Kunst und Wissenschaft“, wie es in der deutschen Übersetzung heißt. Es war „de ontdekking van de Bybel der Natuure“. In seiner Einführung hat Manfred Niehoff das alles so intensiv beschrieben, dass ich mir hier weitere Ausführungen sparen kann. Der Maler van Schrieck verdiente gut an seinen Werken, die in ganz Europa verkauft wurden, wie etliche Leihgaben aus Mecklenburg-Vorpommern bewiesen. Der Maler war Mode, war angesagt, konnte es sich leisten, im Gegensatz zu seinem Kollegen Rembrandt, in Amsterdam an der noblen Prinsengracht ein Haus zu kaufen, wie unser Führer erläuterte.

Apropos Führung, sie lief in einem Sprachgemisch von Deutsch und Niederländisch, so dass uns unsere „CC-Dolmetscher“ sehr zupass kamen - Dr. Renate Loos, Peter Riegelmeyer und David van der Veen, selbst gebürtiger Niederländer.
Es war ein vergnüglicher Tag, ohne jeden Terminstress, nur mit tief eindringenden Kälteattacken. Unser Dank gilt dem Ehepaar Gaby und Manfred Niehoff für die perfekte Organisation – 40 Teilnehmer sind Anerkennung genug.                            E. O.