"Was ist christlicher Friede?"

Drucken PDF
Vortrag im CC von Prof. Flammer am 13. März 2013

Der Vizepräsident überraschte das Auditorium mit einem berühmten Gedicht: „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“ (Mörike), Johannes Krause-Isermann begrüßte damit die Zuhörer und den kalendarischen Frühlingsanfang, auch wenn draußen die damit erhofften Düfte noch auf sich warten ließen.

Zugleich ein freundlicher Introitus für den Referenten Prof. Dr. Thomas Flammer, der (am 21. März) den Civilisten den konzentrierten Frieden vorstellte, organisiert in parallel laufenden Ausstellungen in fünf Museen – „das gab es in Deutschland noch nicht“, drei Jahre hätten die Wissenschaftler daran gearbeitet, um den Besuchern die Werte des Friedens nahe zu bringen. „Aber der Frieden ist auch eine Herausforderung.“ Die Ausstellungen beginnen am 28. April und enden am 2. September, der Civilclub besucht am 15. Mai zwei Ausstellungen im Landesmuseum.

Für das Bistum stand Professor Flammer vor dem Problem, dass für die Ausstellung ganze 380 Quadratmeter zur Verfügung stehen: „Wir können nur Spotlights setzen.“ Dabei haben sich die Ausstellungsmacher der Verführung enthalten, das Christentum zu glorifizieren, im Gegenteil, die Schattenseiten werden nicht verschwiegen. „Vergibt Gott allen alles?“ mit einem knienden Adolf Hitler, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft, die Ausstellung reißt viele Fragen und Überlegungen auf, nach den Antworten muss der Besucher ganz individuell selbst suchen. Gibt es den gerechten Krieg, wie die Kirchen den Kriegsteilnehmern weiß machen wollten – und das auf beiden Seiten der Front: „Wie viel Leid ist durch die Religionen in die Welt gebracht worden!“. Nicht umsonst ist das Motto der Bistums-Ausstellung mit einem Fragezeichen versehen: „Wie im Himmel so auf Erden“?

Natürlich fehlt die friedvolle DDR-Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ nicht, das Haus der Geschichte in Bonn steuerte ein Exemplar bei. Aber es gibt auch Hoffnung, Papst Johannes Paul II. habe viel zur Versöhnung der Religionen beigetragen. Aufsehen erregen werden die Fahnen, die während der Ausstellung an den beiden Domtürmen hängen, es sind gleichsam die Augen Gottes, sie laden auch ein, eine kleinere Ausstellung mit studentischen Arbeiten im Dom zu besuchen. Was kaum einer weiß: Es gab in  Münster vor einigen Jahrzehnten sogar ein Friedensdenkmal in der Nähe des Kanonengrabens.

Dass schon diese Einführung zu nachdenklichen Überlegungen einlud, zeigte sich in der anschließenden Diskussion. Unter anderem bot Dr. Alfons Wohlgemuth eine selbst gemalte Ikone zum Thema Frieden an, was der Referent dankend annahm.             E. O.