Zum Amtswechsel 2018

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Club mit ganz viel Menschlichkeit geführt am 13. Juni 2018

In einer fulminanten Rede würdigte der neue Präsident Johannes Krause-Isermann seinen Vorgänger Hans-Anold Loos.

„Lieber Hans-Arnold, jetzt bist du aufgerückt in die ehrwürdige Riege unserer Altvorderen, der Altpräsidenten, die heute unter uns sind (Prof. Otto Wetzell, Dr. Helmut Pieke, Carlo Münch und Erhard Obermeyer). Und im Rückblick auf deine Amtszeit kann man sagen: Da haben sich zwei gefunden, die zueinander passen - Hans-Arnold Loos und die Leitung des Civilclubs. Person und Funktion, Eignung und Anforderung, Begabung und Aufgabe.

Nach einigen Jahren der Mitgliedschaft wurde Herr Loos vom damaligen Präsidenten Obermeyer um Mitwirkung in der Leitung gebeten, zuerst als Vizepräsident, und dann wurde er vor zwei Jahren von der Generalversammlung einstimmig zum Präsidenten gewählt. Dass er damals 2016 dieses Amt übernahm, das hatte sicher einen Grund in seinem Pflichtgefühl. Ich habe es noch deutlich im Ohr, dass Du sagtest: „Jeder sollte nach seinen Möglichkeiten etwas zum Clubleben beitragen, nicht nur durch den Mitgliedsbeitrag, sondern auch ehrenamtlich.“ Diese Einstellung war der eine Grund, der andere aber war eben sicher auch, dass hier Amt und Eignung, Herausforderung und Erfahrung so gut zusammenpassen.
Ein hoch qualifizierter Fachmann für Bildung und Leitung auf der einen Seite – und auf der anderen Seite eine bildungsaffine, ja bildungshungrige Gesellschaft, die einen neuen Leiter brauchte. Leitung und Bildung – das passte also auch von unserer Seite aus. Denn unser nun 243 Jahre alter Gesellschaftsclub hat sich ab ovo die Bildung auf seine Fahnen geschrieben – wir sind ja als Civilclub ein Kind der Aufklärung, eine bürgerliche Lese- und Gesprächsgemeinschaft.

Bildung und Leitung! Den weiten Horizont Deiner Bildung hast Du, lieber Hans-Arnold, zum Wohl des Clubs eingebracht in der Auswahl der Veranstaltungsthemen, in der Vorbereitung und Moderation unserer Clubabende; auch in Deiner facon de parler, in Deiner Eloquenz, in den gewählten Formulierungen, feinsinnig und feinfühlig, und wir haben bei Dir gespürt, dass Bildung nicht nur Verstandessache, sondern dass sie auch eine Sache des Herzens ist, Herzensbildung eben. Genauso die Leitung: Auch der Clubleitung hast du eine sehr persönliche Färbung gegeben. In der beschriebenen Weise haben wir Dich auch erlebt, wenn Du abends hier zur Begrüßung der Teilnehmer und Gäste unten im Foyer standest – Du hast Dich dem Einzelnen zugewendet, Dir dafür Zeit genommen, und in diese Gespräche, ebenso auch in unzählige Telefonate und Briefe, ganz viel Menschlichkeit, Herzenswärme, Freundlichkeit und persönliche Anteilnahme eingebracht. Das haben wir gespürt, das hat dem Civilclub gut getan, und dafür danken wir Dir.

Leitung heißt darüber hinaus ja auch: Ideen entwickeln, Impulse geben, Vorangehen. Unter Deiner Leitung ist der Civilclub wieder weiter vorangekommen. Die Vielfalt unserer Veranstaltungsformen, der Fahrten, Besichtigungen, Feste und Vorträge wurde unter Deiner Leitung noch weiter ausgebaut. Das Clubleben stand schon in Blüte – nun kamen noch etliche Blüten hinzu. Die Besuchsdienste lagen Dir sehr am Herzen: dass Mitglieder, gerade solche, die nicht mehr gut an unseren Veranstaltungen teilnehmen können, besucht werden, etwa zum Geburtstag oder im Advent. Und schließlich war es Dir ein besonderes Anliegen, den vielen ehrenamtlich Mitwirkenden die notwendige Wertschätzung zu geben, den „Diamanten des Clubs“.

Bisweilen kann man es ja in manchen Vereinen erleben, dass die Vorsitzenden sich auf Kosten der Mitarbeiter profilieren und die Bühne alleine beherrschen: Nach dem Motto „Der Club – das bin ich!“. Dein Leitungsprinzip war das nicht, sondern im Gegenteil, Du hast das Wir betont, Deine Botschaft war: „Der Civilclub – das sind wir alle zusammen.“ Deshalb jetzt auch ein abschließender Satz in der Wir-Form: Wir, der Civilclub Münster, danken Dir, lieber Hans-Arnold Loos, für Deine großen Verdienste um Bildung, Leitung und Zusammenhalt in unserem Club!“

 

Loos: Abschied aus dem Amt nicht einfach
Im Anschluss an die Zeremonie des Amtswechsels und die Laudatio des neuen Präsidenten Johannes Krause-Isermann antwortete der scheidende Präsident Hans-Arnold Loos wie folgt:
Die freundlichen Worte, mit denen ich heute Abend bedacht worden bin, machen mir meinen Abschied aus dem Amt des Präsidenten des Civilclubs, das ich zwei Jahre lang bekleiden durfte, nicht einfacher.
Der Abschied von einem Amt ist zunächst die Stunde des Dankes. So möchte ich mich zunächst an Sie, die Mitglieder im Civilclub, wenden und Ihnen danken für das Vertrauen, das Sie mir in der Zeit meiner Präsident­schaft entgegengebracht haben. Dan­ken aber auch für die vielen Zeichen persönlicher Verbundenheit, für vielfäl­tige Anregungen und Ermutigung. In diesen Dank schließe ich insbesondere die Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und unsere zahlreichen Ehrenamtlichen ein, ohne deren tatkräftige, immer verlässliche und loyale Unterstützung ich das Präsidentenamt nicht hätte ausfüllen können.

Lassen Sie mich bekennen: Ich habe dieses Ehrenamt sehr gerne ausgeübt. Es hat mir, neben der mit ihm verbundenen Arbeit, viel Freude gemacht. Ich betrachte es als Privileg, dem Civilclub als der mit 243 Jahren ältesten bekannten gesellschaftlichen Vereinigung in Deutschland vorgestan­den zu haben, einer Vereinigung, die in ihrer Geschichte die zurückliegenden Etappen im vielfältigen gesellschaftlichen Wandel immer gemeistert und als Ort der Pflege von Kultur und Bildung einen festen Platz im gesellschaftlichen Miteinander unserer Stadt hat. In meinem Amt habe ich viele neue Menschen kennengelernt. Entstandene personale Beziehungen sind zu bleibenden Freundschaften geworden. Für beides bin ich dankbar.

Seinen Platz in der Stadtgesellschaft verdankt der Club vielerlei Merkmalen, die ihn seit jeher auszeichnen. Zu ihnen gehören u. a.: Innerer Zusammenhalt, Respekt vor Tradition, Neugier auf und Offenheit für Entwicklung und Fortschritt sowie Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Entwicklungen in Kultur, Politik und Gesellschaft. Wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung des Civilclubs wurden in der Amtszeit meines Vorgängers gelegt. Hier ist insbesondere der 2012 gefasste Beschluss zu nennen, auch Damen als Mitglieder den Zugang zum Civilclub zu ermöglichen. Dieser Beschluss hat den Beginn eines Entwicklungsschubs, den wir noch deutlicher in den nächsten Jahren erleben werden, eingeleitet. Die sich bereits abzeichnende Dynamik hat erste Spuren in einem Veranstaltungsformat hinterlassen, das, 2016 als „Sommerfest“ eingeführt, sich unter der Ägide eines weiblichen Vorstandsmitglieds anschickt, einen festen Platz in unserem breit aufgestellten jährlichen Veranstaltungsprogramm einzunehmen. Da zudem mit dem oben genannten Beschluss aus dem Jahr 2012 auch die Bezeichnung des Veranstaltungsformats „Damenkaffee“ obsolet geworden war, hat dieses Format jüngst seine ‚Auferstehung‘ als neues „Kulturcafé“ erlebt, das ohne weitere Hemmungen nunmehr von männlichen Mitgliedern besucht wird – wenn auch noch zögerlich.

Der Abschied aus einem Amt ist auch die Stunde des Aufbruchs für den Nachfolger.
Lieber Johannes, auf Deinem Weg in das neue Amt, zu dem ich Dich sehr herzlich beglückwünschen möchte, mögen Glück, Freude und persönliche Erfüllung Deine steten Begleiter sein. Ich kann Dir versichern, dass Deine neue Aufgabe eine schöne und lohnende ist. Dabei wirst Du Deine Tätigkeit als Präsident des Civilclubs mit großer Zuversicht angehen können, denn: Auf der einen Seite ist da Deine Ausbildung sowohl als Diplom-Psychologe als auch als Theologe, nicht zuletzt Deine langjährige berufliche Erfahrung in der Leitung der Kirchengemeinde Hiltrup. Es waren für Dich Jahre des Aufbaus und des Aufbruchs in der Gemeindearbeit, Jahre des Einsatzes für die Ökumene. Dabei setzest Du immer auf Kollegialität und Teamwork. Wie Du einmal in einem Gespräch nach Deiner Pensionierung als dienstältester Pfarrer in Westfalen sagtest: „Die Stärke ist der persönliche Kontakt.“