Das Matterhorn aus dem Weltraum betrachtet

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Besuch der Ausstellung im Gasometer am 14. August 2018

Auf die Spitze getrieben im wahrsten Wortsinn haben es die Ausstellungsmacher im Gasometer Oberhausen: In der Ausstellung „Der Berg ruft“ hängten sie das Matterhorn in der 100 Meter hohen Kuppel des Gasometers auf, und zwar mit der Spitze nach unten. Darunter platzierten sie einen Spiegel von 12 Metern Durchmesser: Schaute man in ihn hinein, hatte man gleichsam eine Weltraumperspektive auf das Matterhorn. Sie bezeichnen denn auch ihr Matterhorn als Skulptur.

Für den Titel „Der Berg ruft“ stand Luis Trenker Pate, der legendäre Bergsteiger, der 1938 die Erstbesteigung des Matterhorns von 1864 verfilmte mit Luis Trenker in der Hauptrolle. Das 4478 Meter hohe Matterhorn galt bis dahin als unbesteigbar, dramatisch dargestellt in der Ausstellung ist ein Absturz, nicht umsonst heißt der Untertitel „Triumph und Tragödie“. Leider wurde dieser historische Film nicht gezeigt, wohl aber andere faszinierende, denn das ist das Erfolgsrezept der Ausstellungen im Gasometer: Riesige Fotos von den besten Fotografen der ganzen Welt konkurrieren mit Videoaufnahmen und originalen Ausstel­lungsobjekten, in diesem Falle Gestein. Da kann man durchwandern, hier einen Einblick nehmen mit unendlich vielen Informationen, dort extreme Aufnahmen bewundern.

Dieses Erfolgsrezept geht seit Jahren auf, der Gasometer wird von einer GmbH getragen, die zur Stadt Oberhausen gehört. Sie muss sich über die Eintrittsgelder finanzieren. Der Civilclub hat den Gasometer ja schon mehrfach besucht, zumal sich ein entspannter Ausflug in die Gastromeile des benachbarten Centro-O anschließt.

Berühmte Persönlichkeiten werden gewürdigt: der Naturforscher Alexander von Humboldt, der mitten in der Andenwildnis sein Arbeitszimmer eingerichtet hat; Caspar David Friedrich, der 1827 den „Wanderer“ über dem Nebelmeer verewigte. Skurril wird es, wenn in den Anden Flamingos Ballett tanzen. Und die Berge galten immer als Sitz der Götter – auch das einzigartige Dokumente. Auf der Rückfahrt dankte Präsident Johannes Krause-Isermann dem Organisator Manfred Niehoff für diesen gelungenen Ausflug.     E. O.