Vierzig fliegende Finger

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Konzert der "Forty Flying Fingers" am 25. September 2018

Ein Querflötenquartett gehört zu den selteneren Instrumentalgruppen. Sein obertonreicher Klang ist für manche sicher gewöhnungsbedürftig. Wer das Konzert der „Forty Flying Fingers“ am 25. September erlebt hat, staunte vielleicht, dass auch vier Querflöten sehr differenzierte Klangbilder hervorbringen, zumal neben der normal bekannten Querflöte auch die Piccoloflöte, die Alt- und Bassflöte das Konzert gestalteten.

Ulrike Beissenhirtz, Martina Pahl, Christine Rose und Ralph Töpsch erwiesen sich als wahre Virtuosen mit perfekter Technik, homogenen Zusammenspiel und unbändiger Musizierfreude. Dabei „flogen“ nicht nur die vierzig Finger über die Tasten der Flötenklappen, auch ihre Zungen – natürlich unsichtbar – mussten in dauernder schneller Bewegung sein, um die unterschiedlichen Tonqualitäten zu spielen.

Das abendfüllende Programm hatte zwei Teile. Es begann mit einer Bearbeitung des berühmten „Italienischen Konzerts“ von J.S. Bach. Nach zwei stilistisch unterschiedlichen Canzonen von Frescobaldi und Gabrieli aus der Renaissance folgte Händels „Einzug der Königin von Saba“, für das Publikum ein high-light, das große Finger- und Zungenfertigkeit den Spielern abverlangte. Mit einem viersätzigen Originalstück des zeitgenössischen Komponisten Castérède endete der erste Teil.
Im zweiten Teil standen Opern- und Operettenarrangements auf dem Programm. Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ mit dem schnellen Staccato-Thema wurde von den vier Musikern tonal und rhythmisch glänzend gespielt. Militärisch mit zwei Piccoloflöten erklang die Wachablösung aus Bizets „Carmen“. Nach dem Walzer beschwingten Couplet aus Johann Strauß`s „Fledermaus“ war das Melodram „Der Esel“ nach einem Gedicht von Wilhelm Busch eine lustig erfrischende Originalkomposition des Zeitgenossen H.W. Goetzke. Mit dem bekannten „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow und zwei Zugaben endete ein hoch interessanter Konzertabend.

Neben lobenden Dankesworten unseres Präsidenten Krause-Isermann und Rosen für die vier Künstler dankte auch das lang applaudierende Publikum für ein Konzert, das die vielen klanglichen Möglichkeiten eines solchen Ensembles brillant zum Ausdruck brachte.                 Klaus Spruch