"Der Civilclub war wieder fleißig"

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Neujahrsempfang mit Jahresrückblick am 07. Januarr 2019

Nachdenklichkeit beherrschte die Begrüßungsansprache des Präsidenten Johannes Krause-Isermann, zum Jahreswechsel gingen die Gedanken nach vorn, aber auch zurück. Er habe im abgelaufenen Jahr viele schöne Veranstaltungen im Civilclub erlebt, wiederum erfahren, wie schnell die Zeit vergeht – „tempus fugit“ – wie kostbar ist der Augenblick!

Womit der Präsident übrigens einen Ausspruch (basierend auf Schiller) von Rosa Luxemburg aufnahm, die vor 100 Jahren ermordet worden war. Er selbst habe mit Jahresbeginn eine pastorale Vertretung in der Kirchengemeinde Roxel-Albachten übernommen, eine halbe Stelle. Die „anderen 50 Prozent gehören dem Civilclub“. „Und wo bleibe ich“, warf seine Frau Renate ein? Die Aufteilung beziehe sich nur auf seinen Arbeitseinsatz, beruhigte Krause-Isermann, und fügte hinzu: „Ohne meine Frau könnte ich das alles nicht schaffen.“
In der Vorschau ging der Präsident auf die bevorstehende Generalversammlung am 7. Februar ein und warb für einen regen Besuch aller Personen, die im Mitgliederverzeichnis aufgeführt seien, weil wichtige Änderungen besprochen werden müssten. Für das Kulturcafé wünschte er sich eine höhere Frequenz, weil das Angebot wirklich ausgezeichnet sei. Er schloss seine Anspra­che mit einem Wunsch Theodor Fontanes, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird: „Möge es das ganze Jahr so sein.“

Liselotte Folkerts, die unermüdlich tätige Literaturforscherin des Civilclubs (sie hat gerade erst ein Buch über „Sprickmann“ vollendet), brachte dann Johann Wolfgang von Goethe ins Spiel, sie trug sein Gedicht zu den Heiligen Drei Königen (6. Januar) vor, „Epiphanias“, das er bei einem Besuch von Anna Amalia geschrieben hatte. Bemerkenswert: Frau Folkerts vollendet im Mai diesen Jahres das 90. Lebensjahr.

 

Bebilderter und gereimter Jahresrückblick
Es ist Tradition im Civilclub, dass ein Rückblick auf die Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres gehalten wird, in der Vergangenheit geteilt in fotografischen und gereimten Rückblick – diesmal hatten die beiden „Rückblicker“ beides zusammengeführt: „Was Alexander meisterhaft bebildet, sei hier von mir in Versen kurz geschildert“, eröffnete Rudi Ullrich die Tour d`Horizon durch das Jahr 2018 – 17 Abendveranstaltungen, 9 mal Kulturcafé, 10 Reisen und Besichtigungen. Was heißt „bebildert“ – das wahren meisterhaft zusammen gestellte Fotocollagen. „Der Civilclub braucht sich nicht zu verstecken“, kommentierte der Präsident diese stattliche Bilanz von 36 Veranstaltungen. Mehr noch: Ich behaupte, dass kein anderer Club in Münster eine solche Dichte vorweisen kann.

Das kann hier nicht alles aufgeführt werden, da reimte sich neckisch Regierungspräsidentin Feller auf heller, Canzone (vom Sommerfest) auf Don Corleone (der Präsident), Dom und Gotik war umfassend dort (Paderborn) gezeigt, bevor sich Jahr und Vortrag zu dem Ende neigt. Das war ein großartiger Jahresrückblick von unseren beiden Vorstandsmitgliedern Alexander Malwitz und Professor Ullrich, auch geeignet, vorzuführen, „was man verpasst hat“, wenn man an den Veranstaltungen nicht teilnehmen konnte, kom­mentierte der Präsident.

Im zweiten Teil des Neujahrstreffens traditionell Mu­sik, diesmal gestaltet von der Sopranistin Katrin Reimann und dem Pianisten Tim Janßen: „Wir haben die beiden beim Musiksommer in Schapdetten gehört und waren schier begeistert“, erläuterte Vizepräsident Ludger Albacht die Wahl. Die beiden boten das Kunstlied in seiner ganzen Bandbreite, von fröhlich bis traurig, „aber immer zu Herzen gehend“, wie Pianist Janßen eingangs erläuterte. Darunter auch das berühmte „Veilchen“ nach von Goethe. Schließlich, der Beifall war reich, gab es eine kleine Zugabe.
Präsident Krause-Isermann dankte dem Vizepräsidenten für diese gelungene Vermittlung, und stellte dann fest: „Ein wunderbares Neujahrstreffen geht zu Ende.“              E.O.