Ein wunderbares Konzert, das nachwirkt

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Konzertbesuch bei der Philharmonie Essen am 01. Februar 2019

Die Voraussetzungen waren unerwartet gut: Trockene Straßen, sonniges Wetter. So fuhren am Freitag, dem 1. Februar, 32 Civilisten und 18 Gäste aus Greven erwartungsvoll zur Philharmonie Essen, um ein Konzert der Tschechischen Philharmoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Semyon Bychkow und des Pianisten Jan Lisiecki zu hören – organisiert von Klaus Spruch. Sie wurden nicht enttäuscht. Der 23-jährige, große und schlanke Pianist mit lockigem Wuschelhaar spielte das anspruchsvolle 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow technisch perfekt, musikalisch differenziert und dynamisch mit kraftvollen Akkordpassagen und zarten, perlenden Klangepisoden ausdrucksstark und virtuos ohne jede Manieriertheit. Das große, achtzigköpfige Orchester begleitete ihn absolut kongruent. Das Zusammenspiel klappte hervorragend. Entsprechend begeistert applaudierte das Publikum in der fast voll besetzten Philharmonie, so dass der junge Starpianist trotz des anstrengenden Konzerts eine Zugabe spielte, die nochmals sein einerseits empfindsames, andererseits virtuos kraftvolles Spiel dokumentierte. Da der Applaus nicht enden wollte, musste Lisiecki dem jungen Konzertmeister einen Wink ge­ben, damit das Orchester sich zum Verlassen der Bühne erhob und der Applaus endete.

Nach der Pause spielte das Orchester die 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak, ein bekannter „Ohrwurm“, mit dem sich die Prager Musiker in die Herzen des großen Publikums spielten. Es berauschte mit einem wunderbar homogenen Streicher­klang der rund sechzig Streicher vom leisesten Pianissimo bis zum markigen Fortissimo. Dazu wunderbare Hörner, eine brillante Holzbläsergruppe, kultiviert blasende Trompeten und Posaunen und natürlich ein rhythmisch sattelfester Paukist. So wurde die Sinfonie zu einem grandiosen Klangerlebnis. Stehend Ovationen dankten den Musikern, die nach zwei Zugaben (Tänze von Dvorak und Brahms) wegen des nicht enden wollenden begeisterten Publikumbeifalls auch wieder auf einen Wink des Dirigenten die Bühne verließen. Ein wunderbarer Konzertabend war zu Ende. Auf der Heimfahrt sprach der Vizepräsident, Herr Albacht, bei seinen Dankesworten von einem der schönsten und besten Konzerte, die er erlebt hat.                                        Klaus Spruch