Die Rolle des CC und der Einsatz des Präsidenten

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Der Wechsel der Präsidentschaft am 16. Juni 2016

Eine Abendveranstaltung am 16. Juni 2016 war der feierliche Rahmen für den Amtswechsel im Civilclub. Nach sechs Jahren endete die Präsidentschaft von Erhard Obermeyer, als sein Nachfolger übernahm Hans-Arnold Loos dieses Amt.

Er begrüßte weit über 100 Mitglieder und einige Gäste, die zu diesem Anlass zusammengekommen waren, darunter auch fünf ehemalige Präsidenten.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe folgte trotz der Fülle seiner Verpflichtungen gern der Einladung des Civilclubs, des ältesten Clubs seiner Art in Münster, zu diesem Anlass zu sprechen. Trotz seines Alters sei der Club weiterhin zeitgemäß in seiner Verbindung von Bildung und gesellschaftlichem Leben. Die Basis einer solchen Vereinigung sei gegenseitiges Vertrauen. Dies helfe die Zukunft zu gestalten und Werte zu sichern. Die große Spannweite der Themen, denen sich der Civilclub widmet, zeige, dass er diesen Weg geht. Der Oberbürgermeister betonte mit Blick auf aktuelle Probleme, dass es eine Illusion sei, Konflikte eingrenzen zu können. Grenzen werden überschritten, damit entstehen starke Herausforderungen an die Gesellschaft. Die Voraussetzungen zu ihrer Bewältigung seien jedoch gut. Auch der Geist des Civilclubs sei hier gefragt, die darin liegenden Chancen sollten genutzt werden.

Mit Blick auf die vielfältigen bisherigen beruflichen Aufgaben des neuen Präsidenten geht der Oberbürgermeister davon aus, dass Hans-Arnold Loos die Lösung anstehender Aufgaben mit seinen neuen Akzenten formen wird. Unterstützen werden ihn dabei der neue Vizepräsident Johannes Krause-Isermann („ein Menschen­fischer“), der Schriftführer Wolfgang Hack, die Schatzmeisterin Ilse Malwitz („ein wahres Schätzchen“), der Hausverwalter Alexander Malwitz, der neue Archivar Erhard Obermeyer und die Beisitzer.

Der neue Präsident Hans-Arnold Loos würdigte die prägenden Merkmale, die die Amtszeit von Erhard Obermeyer in der Rückschau als besonders erfolgreich und fruchtbar für den Civilclub erscheinen lassen. Hans-Arnold Loos fasste seinen Dank an den bisherigen Präsidenten zusammen mit den Worten: "Du warst ein Glücksfall für den Civilclub."

Seine eigene Präsidentschaft beginnt er zuversichtlich: die Unterstützung durch engagierte Mitglieder und die Damen und Herren des Vorstands ist ihm gewiss, auch der bisherige Präsident wird im Amt des Archivars dem Vorstand angehören. Erhard Obermeyer dankte in seiner Rede für bereichernde, erfüllende Erfahrungen in sechs Jahren an der Spitze. Besonders hob er die vertrauensvolle Zusammen­arbeit mit dem Vorstand und anderen engagierten Mitgliedern hervor, ohne die ein Präsident seine Arbeit nicht zu leisten vermag.

Schließlich dankte Erhard Obermeyer seinem Nachfolger für die Bereitschaft, ein solches Amt zu übernehmen und erinnerte zugleich daran, dass Frau Dr. Renate Loos nun Präsidentengattin sei, ein Anlass zu einer kleinen Gratulation, zu der sie vom neuen Vizepräsidenten Johannes Krause-Isermann einen Blumenstrauß über­reicht bekam.                                                               Wolfgang Hack

Hoher Einsatz für den Civilclub

„Es sind vielerlei glückliche Merkmale, die die Amtsführung Erhard Obermeyers geprägt haben. Als erfahrener Journalist ist er auch in seinem nachberuflichen Leben der weiterhin neugierige, wache, an den historischen Bezügen von aktuellen und vergangenen Ereignissen interessierte sowie stets für Neues im gesellschaftlichen Leben aufgeschlossene und aufnahmebereite Chronist geblieben. Bestens vernetzt in der Stadt Münster und der lokalen Presse, brachte er somit für das Amt des Präsidenten, in das ihn die Generalversammlung des CC am 2. Februar 2010 einstimmig gewählt hatte, wichtige Grundeigenschaften mit: Vertrautheit mit dem städtischen und stadtnahen Umfeld und seinen wichtigsten Akteuren sowie ein hohes Maß an Kontaktfähigkeit und Kontaktfreude. Unter den vielen Merkmalen, die die Amtsführung des Präsidenten Erhard Obermeyer geprägt haben, ist zunächst sein feines Gespür für aktuelle bildungs- und gesellschaftspolitisch bedeutsame Themen, auch solche mit relevanten historischen Bezügen, zu nennen. Erhard Obermeyers Gespür für interessante und bedeutsame Vortragsthemen wird ergänzt durch seine von breiten Kenntnissen über und Gespür für die ‚richtige‘ Person geleitete Suche nach geeigneten und qualitätvollen Referenten.

Die informativen monatlichen Rundbriefe des Präsidenten während seiner Präsidentschaft, zeugten deutlich von der prägnanten Handschrift des ehemaligen Journalisten von Rang: Knapp, schnörkellos auf den Punkt gebracht und eindringlich in den gewählten Formulierungen. Die informativen Ausführungen zu abgelaufenen Veranstaltungen sowie zu den Gegenständen geplanter Veranstaltungen, zusammen mit verlässlicher Terminvorschau, vermittelten immer einen guten Überblick über Schwerpunkte des Klublebens.

Teil der sicheren und weit vorausblickenden Programm-Planung während seiner Amtszeit waren neben Vorträgen immer auch Studienfahrten, Museumsbesuche, Konzerte und andere Veranstaltungen. Damit hat Erhard Obermeyer zur Pflege von Kultur und Bildung im gesellschaftlichen Miteinander immer für ein vielfältiges und die unterschiedlichen Interessen bedienendes Programm Sorge getragen.
Zusammenfassend ist zur Amtsführung durch Erhard Obermeyer festzuhalten: Sein hoher (auch zeitlich hoher) Einsatz für die Belange des Civilclubs, seine Nähe zu den einzelnen Mitgliedern und nicht zuletzt die exzellente Vertretung des Civilclubs durch ihn in der Öffentlichkeit, wie nicht zuletzt die bei der 240Jahr-Feier im April 2015.

Der Erwähnung verdienen darüber hinaus richtungsweisende Maßnahmen, die, von ihm initiiert und angetrieben, in seine sechsjährige Amtszeit (2010 – 2016) fallen:
Die finanzielle Sanierung des bei Antritt seines Amtes 2010 durch außergewöhnliche Mietlasten belasteten Clubs, Sanierung, die mit der Aufgabe der Räumlichkeiten am Alten Fischmarkt verbunden war
Die Öffnung im Jahre 2012 des traditionsreichen Herrenclubs hin zur gleichberech­tigten Mitgliedschaft für Damen
Die Verlängerung der Amtsdauer des Präsidenten durch ununterbrochene zweimalige Wiederwahl auf höchstens sechs Jahre (vorher: vier Jahre)
Die Vorbereitung und Durchführung der Jubiläumsfeier „240 Jahre Civilclub Münster“
Die Beauftragung 2015 einer wissenschaftlichen Studie über den Civilclub Münster und 2014, und (aus Anlass dessen 240. Geburtstages)
Was bleibt uns von der Amtszeit Erhard Obermeyers? Nicht nur ein Präsident, an den wir uns sehr gerne erinnern, sondern ein Präsident, der mit seiner Amtsführung sich das Gesamturteil „Er genügt den Anforderungen im besonderen Maße“ verdient hat.

Anders ausgedrückt, lieber Erhard: „Du warst ein Glücksfall für den Civilclub!“ Dass dieses Urteil sich auch mit dem seiner Mitglieder deckt, zeigt sich im Umstand, dass die Amtszeit Erhard Obermeyers von der Generalversammlung gleich zweimal 2012 jeweils einstimmig, um jeweils zwei Jahre auf die Höchstdauer von insgesamt sechs Jahren verlängert wurde.
Dein Nachfolger wird mit dem Beginn seiner Präsidentschaft in große Fußstapfen treten. Wenn er sich trotzdem zuversichtlich zeigt, verdankt er diesen Gemütszustand zwei Umständen: Er weiß sich von einer vorzüglichen Mannschaft, bestehend aus den Damen und Herren im Vorstand sowie aus weiteren engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern, umgeben und unterstützt. Er genießt darüber hinaus das Privileg, seinen Vorgänger ab 1. Juni in dessen neuem Amt als Archivar des Civilclubs weiterhin zum Vorstand zählen zu dürfen. Somit wirst Du, lieber Erhard, den ich als „Glücksfall für den Civilclub“ bezeichnet habe, nun zum „Glücksfall“ für Deinen Nachfolger.
„Erhard Obermeyer“, so würde es in einer Urkunde, die von der Satzung des Civilclubs (noch) nicht vorgesehen ist, heißen, „hat sich um den Civilclub Münster verdient gemacht.“

An dieser Stelle, lieber Erhard, pflegtest Du denjenigen, die in den vergangenen sechs Jahren vor dem Plenum von Dir den Dank für Geleistetes erhielten, in stoischem Festhalten an Tradition und bewährter Praxis des CC stets ein Buch zu überreichen. Ich hoffe, Du bist nicht enttäuscht, wenn ich heute davon Abstand nehme. Denn: Noch ein Buch würde vielleicht in überladenen Bücherregalen bei Dir zuhause keinen Platz mehr finden. Aufnahmebereit indes wirst Du, so hoffe ich, für ein Getränk sein, von dem ich weiß, dass es Dir hier an Vortragsabenden nach dem Abendessen Vergnügen und Entspannung bereitet: ein Gläschen Rotwein. So möchte ich Dir als Ausdruck unser aller Dank an Dich sechs Flaschen Rotwein überreichen, eine Flasche für jedes Deiner sechs Amtsjahre, beginnend mit dem Jahr 2010, also sechs Weine der Jahrgänge 2010, 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015. Ich hoffe, dass sie Dich bei jedem Schluck an Deine Zeit als Präsident erinnern und Deine Liebe zum Civilclub wach halten.“

Hans-Arnold Loos

EO: Präsidentschaft waren reiche Jahre
Den Dank stellte Erhard Obermeyer an den Beginn seiner Entgegnung, vielleicht zur Überraschung der Anwesenden, Dank „dafür, dass ich sechs Jahre an der Spitze dieser wundervollen Vereinigung stehen durfte. Es waren reiche Jahre mit vielen Höhepunkten, die zweifellos auch mit viel Arbeit verbunden waren, aber einer Arbeit, die Erfüllung schenken konnte. Ich habe sehr viel Empathie erhalten, viele neue Freunde gefunden. Diese Zeitspanne möchte ich nicht missen in meinem Leben.“

Tragend und motivierend war die vertrauensvolle Arbeit im Team, im Team des Vorstandes, aber auch mit Mitgliedern, die nicht dem Vorstand angehörten. Das alles funktionierte fantastisch, da griff ein Rädchen ins andere, so dass der große Dampfer Civilclub volle Fahrt aufnehmen konnte.
Der CC habe in diesen Jahren einiges erreicht, der Club sei trotz seines hohen Alters von nunmehr 241 Jahren moderner geworden. Das begann mit der Homepage, die zum gepflegten digitalen Aushängeschild des Clubs geworden ist. Die Informationen laufen seitdem bei uns zweigleisig – die bewährte Schiene über die Post und die Zukunft weisende übers Internet. Zu den Neuerungen zählt natürlich auch die eigene E-Mail-Adresse, die immerhin auch von außen angesteuert wird.

Im Innern wurde ein gewaltiger Schritt vollzogen, ein längst überfälliger Schritt: Die Generalversammlung hat vor fünf Jahren beschlossen, den Damen die gleichberech­tigte Mitgliedschaft zu zuerkennen – sofern diese es denn wollen. Einige Damen hatten offenbar nur darauf gewartet, denn der Club hat inzwischen etliche Damen als ordentliche Mitglieder gewinnen können, auch für den Vorstand. Das war eine regelrechte Revolution angesichts der Jahrzehnte langen hartnäckig verteidigten Männerdominanz. Und – der Civilclub war der erste unter den Traditionsclubs in Münster.

Die Finanzen des Civilclubs sind gesund wie lange nicht, allerdings um das Opfer, dass er keine eigenen Räume mehr hat. Nun muss man aber zugeben, dass die Etage am Alten Fischmarkt, die 1968 angemietet worden war, für die verbliebenen Nutzungen völlig überdimensioniert war, als eben der Saal der Ewigen Lampe nicht mehr für die Abendveranstaltungen zur Verfügung stand. Erhard Obermeyer: „Es war wie ein reichlich zu groß gewordener Anzug, der aber immer noch viel Geld kostete.“ Natürlich kam eine glückliche Fügung zu Hilfe, als für das Bauprojekt am Alten Fischmarkt ein Baubüro gesucht wurde, was den vorzeitigen Ausstieg aus dem Mietvertrag ermöglichte.
Es habe ein Desaster in der jüngeren Zeit gege­ben, als der langjährige Schatzmeister seine Dienste ohne jede Ankündigung einstellte. Warum? Zum Glück konnte der angerichtete Schaden geheilt werden mit einem beträchtlichen Arbeitseinsatz, der CC hat seitdem eine neue Schatzmeisterin – Oberbürgermeister Lewe: „Ein wahres Schätzchen.“