Das papierne Gedächtnis des Civilclubs

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Besuch im Archiv am 03. Mai 2017

Es wirkte geradezu gespenstisch, als wir das Stadtarchiv in der Speicherstadt betraten – alles schien verwaist, der Lesesaal war geschlossen.

„Kein Personal“, lautete die Erklärung. Wir – das waren Alexander Malwitz, Wolfgang Hack und Erhard Obermeyer, die (am 3. Mai 2017) Grundlagen der Archivierung des Civilclubs, der im Stadtarchiv ein Depot hat, mit einer Fachkraft besprechen wollten: Anja Gussek, wissenschaftliche Mitarbeiterin, war unsere versierte und engagierte Ansprechpartnerin. Es ging darum, auch für die Zukunft verbindliche Grundlagen festzulegen. In vielen Punkten stimmten wir nahtlos überein, diese wurden bisher schon archiviert.

Es ist selbstverständlich, dass die Protokolle von Generalversammlung archiviert werden, aber auch von Vorstandssitzungen, die ja der Vorbereitung von Generalversammlungen dienen, natürlich auch die Rundbriefe. Umfänglicher wird es schon bei den Personalien, Aufnahme neuer Mitglieder, Austritte, Todesfälle, Ehrungen und besondere Geburtstage – diese Anlässe sind vielfältig und umfangreich. Aber für spätere Zeiten sehr wichtig, wie jetzt die Aufarbeitung des handschriftlichen Protokollbuchs von 1950 bis 1965 zeigt: Unentzifferbare Namen konnten in einem Mitgliederverzeichnis von 1975 identifiziert werden.

Selbstverständlich gehören Schriften des Civilclubs ins Archiv, wie die jüngste Fotodokumentation unserer 240-Jahr-Feier oder die historische Studie „Wendepunkte“, Festschriften, aber auch längere Berichte über Studienreisen usw. Stichwort Veranstaltungen: Darunter fasste Anja Gussek Jubiläen, Feste, Feiern, Fahrten zusammen – unsere regelmäßigen Vortragsabende und Museumsbesuche werden wir kaum dort aufführen können. Die sind aber 1. in den regelmäßigen Rundbriefen enthalten und 2. im jeweiligen Jahresrückblick. Auch Vereins-Nachrichten finden Eingang in die Rundbriefe, während Satzungen und ihre Änderungen in den jeweiligen Protokollen der Generalversammlungen enthalten sind. So weit so gut, macht alles nur viel Arbeit.

Extreme Arbeit bedeutet die Archivierung von Fotos, die ja beschriftet werden müssen, weil sonst in 20 Jahren niemand mehr weiß, welche Personen zu sehen sind. Da seit mehr als einem Jahrzehnt das Fotografieren digital erfolgt, sind die anfallenden Fotos schlicht im Ordner Civilclub auf dem Rechner archiviert: Zumindest die wichtigsten müssen aufgearbeitet und mit Namen versehen werden. Das ist eine Arbeit, die sich über Jahre hin ziehen kann. Archiviert werden die Fotos auf CD in der Hoffnung, dass diese wenigstens einige Jahre überdauern und auch noch gelesen werden können. Während grundsätzlich alle anderen Archivalien auf Papier gesammelt werden.

E. O.