Exodus aus dem ach so teuren Heim

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Clubetage am Alten Fischmarkt 26: geschlossen

Die Clubetage am Alten Fischmarkt 26 ist nach zweiundvierzigeinhalb Jahren Geschichte, am 1. Dezember 1968 war in den Räumen inklusive der Ewigen Lampe ein großes Fest gefeiert worden – die Teilnehmerliste ist uns beim Aufräumen in die Finger gefallen.

Wie es überhaupt bei der Durchsicht einige Überraschungen gab. So hatte Frau Hildegard Abeler zwei ziemlich vergammelte Kerzenleuchter mit Hingabe geputzt, um festzustellen, dass sie geschenkt worden waren, der eine eben zum 1. Dezember 1968. Der wuchtige Schrank entpuppte sich als historisierender Nachbau aus der Zeit um 1900, wie der Antiquitätenhändler Peter Schlächter feststellte. Er geht, wie auch die Stammtisch-Sitzgruppe, an die Firma Flohmarkthalle, die dafür die Etage kostenlos ausgeräumt hat und sogar noch einen „500er“ drauflegte.

Das Stadtmuseum hat die Ahnengalerie aus dem Flur in Obhut genommen wie auch die beiden Ölgemälde von Blücher und Lützow, die im kleinen Raum hingen. Apropos Bilder – das war natürlich das größte Problem. Die Münster-Collage von Helmut Gockel aus dem kleinen Raum, eigentlich ein sehr schönes, wegen der Größe aber dominierendes Bild, steht jetzt bei mir im Keller – in der Hoffnung, dass sich noch mal ein Interessent dafür meldet. Überraschenderweise hat sich für den großen Dornhege, der eine Adaption der Familia Sacra gemalt hatte, ein Liebhaber gefunden – Josef Horstmöller vom Alten Gasthaus Leve hängt das Bild zwar nicht in seine Gasträume, wohl aber in sein Privathaus. Vermittelt worden war er von Clubmitglied Tono Dreßen. Josef Horstmöller hat auch das Besteck (siehe Foto) aus der Küche übernommen mit CC-Gravur, leider kein Silber, sondern nur versilbert, seinerzeit von Claus Osthues, der Mitglied im CC war, angeliefert. Damit will er mal größere Gesellschaften eindecken. Es gibt ein weiteres Bild, das „gerettet“ wurde – die Blumen von Rolf Busch-Matthiesen aus dem großen Raum. Es steht ebenfalls in meinem Keller und wartet auf einen Liebhaber.

Etliche Stücke von dem Porzellan konnten eine gute Tat bestreiten: Rainer-Ludwig Daum vom Awo-Jugendtreff am Nienkamp übernahm Teller und Tassen für seine Einrichtung. Etliche Stühle brachte er zum Torhäuschen des Stadtheimatbundes.

Insgesamt sind fünf Tische und zwölf Stühle eingelagert worden, sowie zwei Lampen und das Bild, das Carl Determeyer vom Schmisingerhof gemalt hatte. Denn irgendwann wollen wir ja auch wieder einen eigenen Raum haben.

Um die Auflösung der Clubetage hat sich das Ehepaar Regine und Jörg Tettenborn aufopferungsvoll verdient gemacht, unterstützt vom Präsidenten.             E. O.