Tatort Schwurgericht

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Die Ermordung von Arno Kupka am 01.02.2011

TATORT SCHWURGERICHT Münster. Die 2. Strafkammer bemüht sich seit dem 4. Oktober, die Ermordung von Arno Kupka am 1. Februar diesen Jahres aufzuklären. Zwei Angeklagte, die wenige Tage nach der unglaublich brutalen Tat bereits festgenommen worden waren, sitzen unbewegt neben ihren Rechtsanwälten, unterhalten sich. Die Staatsanwaltschaft geht von gemeinschaftlichem Handeln aus niederen Beweggründen aus. Der eine Angeklagte, Nachbar und Mieter, weist eine Tatbeteiligung weit von sich, der andere, der Pole sei es gewesen, ein „Killer“. Er hat tatsächlich Killer gesagt. Der Mieter schilderte diesen 1. Februar als einen ganz normalen Tag, aber mit überraschend detailliertem Erinnerungsvermögen an diesen ganz normalen Tag. Was dann, ebenfalls keine Überraschung, seine Ehefrau später alles bestätigt. Wir Beobachter vom Civilclub fragten uns bei der pedantischen Befragung der Zeugen so manches Mal, ob und wie das denn wohl der Wahrheitsfindung dienen sollte, wenn beschrieben wurde, wie Arno Kupka seine Schuhe nach dem Ausziehen abzustellen pflegte, nicht nebeneinander sondern über Kreuz. Oder wo er einkaufte. Für mich war das ein Ausbreiten der Privatsphäre eines Menschen, der sich nicht mehr wehren konnte. Das Urteil soll nach dem bisherigen Plan am 14. November verkündet werden.                                 E. O.
Lesen Sie auch den Bericht aus der Dülmener Zeitung vom 05.10.2011