Audienz bei seiner Majestät dem Ätna

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Fahrt des CC nach Sizilien am 02. bis 10. Mai 2019

Acht Tage Sizilien sind viel zu wenig, um die überbordende Fülle von Eindrücken verarbeiten zu können, weshalb ich am Schluss bemerkte, man müsste die Tour sofort noch mal machen.

Es ist auch ein Wettstreit der Highlights, welches denn nun am eindrucksvollsten ist: Ist es das Erbe der Griechen, der Römer, der Normannen? Oder die Natur pur – Sizilien als grüne Insel mit einer überwältigenden Farbenpracht an Blumen und Blüten, ein Fest für jeden Botaniker. Dieses grüne Paradies empfing uns am 2. Mai mit drei Überraschungen, es regnete und es war kalt und es windete heftig. „Im Winter haben wir eine Durchschnittstemperatur von 13 Grad“, klärte uns unsere Reiseleiterin Constanza auf, davon waren wir gerade einmal ein Grad entfernt.

Die Sonneninsel machte dann aber doch noch ihrem Ruf alle Ehre, es wurde warm und gab Sonne pur, beispielsweise beim Besuch des Ätna.
Seine hohe Majestät geruhte, sein Haupt unverhüllt zu zeigen, nur bekrönt mit einem kleinen weißen Wölkchen. Das war schon eine besondere Audienz, denn bis dahin hatte er die Gardinen zugezogen. So starteten wir mit Busfahrer Nino kurvenreich und steil nach oben bis auf 1900 Meter. Welch ein Rummel hier! Wir ließen den Hauptkrater links liegen und umrundeten einen der Silvestri-Krater, alles braun und grau und geröllig ohne Ende. Am Wege eine einfache Imbissbude, von der „Lava geküsst“. In einer Grotte eine Madonnenfigur kitschig in Szene gesetzt, weil die Madonna vor einigen Jahren den Lavafluss gestoppt haben soll. Eine schwarze Mondlandschaft, auf die sich die Natur aber schon wieder vorarbeitet. Abwärts mit Nino, das war schon halsbrecherisch, wie er hupend in die scharfen Kurven stieß. „Der braucht an jeder Seite nur zwei Zentimeter“, beruhigte Constanza, „souverän“ befand Präsident Johannes seine Fahrweise.

Berühmt ist Sizilien für seine antiken Tempel, was man in Selinunt lehrreich erleben kann: Neben einem rekonstruierten Tempel in voller dorischer Pracht liegt das Original, ein gigantischer Trümmerhaufen. Man kann nur staunen, wie die antiken Baumeister die tonnenschweren Brocken nicht nur bewegt, sondern Millimeter genau aufeinander gesetzt haben. In Agrigent ziehen gleich mehrere Tempel die staunenden Blicke an, kurioserweise wird von einem Tal der Tempel gesprochen, dabei handelt es sich in Wirklichkeit um einen Hügel. Hier wird noch ein besonderes Schauspiel geboten, denn abends werden die Tempel angestrahlt, dazu im Bus besondere Musik. Stimmungsvoll.

Der letzte Abend in unserem prunkvollen Hotel in Giardini Naxos galt dem Dank für eine rundherum gelungene Reise, Dank dem Initiator und Reiseleiter Johannes Krause-Isermann, der in dem Hotel zuvor zu „Biblisch Krause“ ernannt worden war. Vizepräsident Lutz Albacht machte sich zum Sprecher aller 32 Reiseteilnehmer und würdigte den Einsatz von Biblisch Krause, zumal das Ehepaar im Herbst vorigen Jahres auf einer Vortour alles erkundet hatte.        E. O.