Wehmut und Wut - Reise durchs Weltkulturerbe

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Bundeskunsthalle in Bonn  am 23. Oktober 2019

Das war eine phantastische Reise in eine untergegangene Welt, genauer gesagt in eine mutwillig vom IS zerstörte Welt: Von Mossul nach Palmyra ist die spektakuläre Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn überschrieben, dazu gehören auch noch die Städte Aleppo und Leptis Magna in Nordafrika, allesamt Stätten des Weltkulturerbes.

Mit raffinierter digitaler Technik haben die Ausstellungsmacher diese Städte wieder erstehen lassen, projiziert in 3-D auf riesige Leinwände. Dazwischen historische Fotos zum Vergleich. Besonders bitter an der Situation: Die Welterbestätten befanden sich bereits in der Restaurierung, als der Islamische Staat sein verbrecherisches Werk verrichtete, mit dem er weltweit in die Schlagzeilen kam. Das Ergebnis erfüllt einen mit Wehmut und Wut.
Ein Wiederaufbau ist geplant, sagten unsere Führerinnen, aber wie denn? Das hängt nicht nur von einigen Spezialisten ab, die dafür ausgebildet werden müssten, sondern dürfte an der schieren Größe der Aufgabe scheitern.

Dann kam der Gag mit den VR-Brillen, Virtual-Reality-Brillen, mit denen für die Ausstellung geworben wurde, so dass wir annahmen, wir liefen mit diesen dicken VR-Brillen durch die Ausstellung. Es waren aber nur zwei Exemplare vorhanden, die wir aufsetzten und ausprobierten – ich persönlich war davon enttäuscht.

Nach der Bundeskunsthalle der totale Kontrast, Besuch im August-Macke-Haus, einer kleinbürgerlichen Idylle, in der Macke aber den Großteil seiner Werke geschaffen hat. Schmerzlich für die Bonner Museumsleute, dass eines der interessantesten Werke sich in Münster befindet, ein Wandgemälde, das August Macke zusammen mit seinem Freund Franz Marc geschaffen hat. Als das Haus 1980 abgebrochen werden sollte, sicherte sich das Landesmuseum das Wandgemälde, im Bonner Macke-Haus hängt nur eine Kopie.

Diese Kunstreise hatte Manfred Niehoff minuziös vorbereitet, so dass alles passte. Herzlichen Dank dafür. Worauf er natürlich keinen Einfluss hatte, das war der katastrophale Verkehr, von einer Baustelle in die nächste, was auch für unseren Fahrer Frank Mäckler von Theos Reisen kein Vergnügen war, aber er meisterte die Baustellen-Rallye souverän. Trotz der langen Fahrzeit war der Eindruck eines gelungenen Tages vorherrschend.                         E.O