Die Stadtbücherei Münster

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Kulturcafé  am 29. Oktober 2019

In ihrem munteren, frischen Vortrag stellte uns die neue Leiterin der Stadtbücherei Münster, Frau Stefanie Dobberke, die Leitlinien ihrer Arbeit vor.

Frau Dobberke hat Erziehungswissenschaften und Weiterbildung an der Universität Essen-Duisburg studiert. Nach verschiedenen Stationen ihres beruflichen Lebens in der Erwachsenenbildung, u.a. an den Volkshochschulen Haltern und Marl, widmet sie sich seit dem 1. April 2019 als Leiterin der Stadtbücherei der Frage: Was brauchen die BürgerInnen von ihrer Bücherei? In lockerer Präsentation sollen in der Stadtbücherei Informationen über unterschiedliche Kulturen und Weltanschauungen gegeben werden.

Die Stadtbücherei in Münster verfügt über eine Hauptstelle, sechs Stadtteilbüchereien und einen Bücherbus. Die Arbeit in den Stadtteilbüchereien geschieht vorwiegend ehrenamtlich. An allen Standorten wird zum Zweck der Leseförderung die Zusammenarbeit mit den Grundschulen und KiTas gesucht. Darüber hinaus bietet die Bücherei einen Medienservice für Schulen, zwei Leseräume, eine „Q-thek“ mit 18 Internetplätzen, einen Lesesaal zum Zeitunglesen und mit „muensterload“ eine Plattform für elektronische Bücher, Videos, Filme und Musik.

In der Stadtbücherei gibt es die Möglichkeit, Musik zu hören, Klavier zu üben, Computer zu nutzen, Spiele zu erproben und sich im gemütlichen Ambiente mit anderen zu treffen. Seit 2016 heißt das Motto „Mehr Raum für Menschen“. Durch verbesserte Aufenthaltsqualität soll die Bücherei ein Kulturort werden, der lebenslanges Lernen ermöglicht. Neben Wohnung und Arbeitsplatz soll sie für die Benutzer ein „Dritter Ort“ sein, wo Menschen gemeinsam Neues lernen und erleben.
Vom 10. Dezember an soll es ein „Worldcafé“ geben. Zettel für Anregungen, wie Innovation und politische Bildung gefördert werden können, liegen im Haus aus. Wie in vielen anderen Bereichen ist auch im Bibliothekswesen ein Mangel an Fachkräften zu spüren. Die Bibliothekare müssen auch Technik und Programme digitaler Medien beherrschen. Es fehlen außerdem Fachkräfte für IT und Öffentlichkeitsarbeit. Fachangestellte für Medien und Information („FAMI“) werden auch in Münsters Stadtbücherei ausgebildet.

Dem Problem der Vereinsamung von Menschen (auch durch übermäßigen Konsum elektronischer Medien) soll durch ein breites, Gemeinschaft förderndes Angebot der Bücherei begegnet werden. Dazu wurde auch auf das Buch von André Wilkens hingewiesen: „Analog ist das neue Bio“. Die Civilisten dankten der Referentin für ihren informativen, engagierten Vortrag mit reichlichem Applaus. Ein ganz besonderes Dankeschön konnte Rosi Nolle der Referentin überreichen: Ein beschriftetes Trinkglas, das im Jahr 1992 aus Anlass des Richtfestes der Stadtbücherei hergestellt und übergeben worden war.                      Renate Krause-Isermann