Stimmungsvoll in die Nacht und ins Himmelreich entlassen

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Vortrag im Kulturcafé von Friedrun Vollmer am 11.02. 2020

"Zum ersten Mal bin ich 2015 nach Münster gekommen. Als ich dann die vielen, vielen Räder am Hauptbahnhof sah, bin ich erst einmal nicht aus dem Staunen herausgekommen. Damals habe ich gleich die Gelegenheit am Schopf ergriffen, ein Fahrrad gemietet, die Stadt erkundet und mich sofort in Münster verliebt“, beginnt Friedrun Vollmer ihren gut besuchten Vortrag im Kulturcafé.

Seit 2018, also seit zwei Jahren ist sie die Direktorin der Westfälischen Schule für Musik und macht alle Wege selbstverständlich mit dem Rad. „Das Einzige, was mir hier fehlt, sind die Berge“, bedauert die in Leipzig in eine musikalische Familie hineingeborene Mutter von fünf bereits erwachsenen Kindern, die schon mit sechs Jahren das Geigenspiel begonnen hatte. Dass sie heute eine wahre Meisterin ihres Fachs ist, zeigte sie mit dem Vorspiel des Adagio aus der Sonate Nr. 1, g-Moll von Johann Sebastian Bach, der in ihrer Geburtsstadt als Thomaskantor gewirkt hatte. Die Civilistinnen und Civilisten dankten mit lebhaftem Beifall.

In Münster steht Friedrun Vollmer einem Kollegium von nahezu 200 Musiklehrern vor, die 7200 Musikschüler, von denen etwa die Hälfte der Zusammenarbeit mit den allgemeinbildenden Schulen entstammt, ausbilden. „Unser Aufgabenbereich umfasst sowohl die Breitenbildung als auch die Spitzenförderung. Dass dabei das Gemeinschaftsgefühl, bspw. in unserem Theaterjugendorchester, besonders gefördert wird, nehmen alle Kolleginnen und Kollegen dankbar an“, betont Frau Vollmer. Viel Zeit zum „Eingewöhnen“ wurde ihr nach dem Einstieg 2018 nicht gegönnt.

Fritz Volbach hatte die Musikschule in Münster nach dem Ersten Weltkrieg gegründet und gleich galt es, das 100jährige Jubiläum gebührend zu feiern. Friedrun Vollmer erinnerte mit Lichtbildern besonders an einen Höhepunkt des Jubiläumsjahrs. Die „Farbklänge Himmelreich Open Air“ wurden im Mai mit der Kleinen Nachtmusik von Mozart beendet: „So haben wir unsere große Besucherschar stimmungsvoll in die Nacht und ins Himmelreich entlassen“. Zugleich darauf hinzuweisen, dass das Haus an der Himmelreichallee „aus den Nähten platzt“ und schon wegen fehlender Aufzüge, wenigen Toiletten den heutigen Ansprüchen in keiner Hinsicht mehr genügt, war ein besonderes Anliegen Frau Vollmers.

Für das Leitungsteam und als Moderatorin dankte Dr. Mariana Durt nicht nur mit einem Blumenstrauss: „Die Civilistinnen und Civilisten unterstützen aus vollem Herzen das Bestreben, der Westfälischen Schule für Musik, ein neues Domizil in dem angestrebten „Musikcampus für Alle“ zu sichern. Sie, Frau Vollmer, können sich darauf verlassen, dass dieses Publikum mit seinem tollen Beifall auch bekundet hat, dass es Ihre Pläne voll und ganz unterstützt!“.

Eckard Andersson