"Wie in einer großen Familie"

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Edith Seifert: Civilclub - erlebt und erinnert - April 2020

Seit fünfzig Jahren, mehr als ihr halbes Leben lang, gehört Edith Seifert zum Civilclub. Gebürtig stammt sie aus Soltau in der Lüneburger Heide; Münsteranerin ist sie schon seit Anfang der 1950-er Jahre. Zusammen mit ihrem Ehemann Otto Seifert kam sie 1970 zu unserem Club; geworben wurden sie durch General Ulrich Boes.

Der Civilclub hatte sein Domizil damals am Alten Fischmarkt. Das Ehepaar Seifert fühlte sich gleich in der Gemeinschaft dort wohl und besuchte sehr regelmäßig die Clubveranstaltungen. Der Tod ihres Mannes im Jahr 1986 war für Edith Seifert ein tiefer, schmerzlicher Einschnitt. In der Zeit der Trauer zog sie sich zunächst zurück. „Es war mir ganz schwer, jetzt plötzlich nur noch allein zum Civilclub gehen zu können.“ Aber von vielen Seiten wurde sie gebeten und ermuntert, doch wieder zu kommen.

Als sie dann zum ersten Mal wieder dabei war, wurde sie mit offenen Armen empfangen. „Es hat mir so gut getan, wie ich damals in der schweren Zeit vom Civilclub aufgefangen wurde“, erinnert sie sich. Besonders lebendige Erinnerungen hat Edith Seifert an die Nachmittage im „Damenkaffee“ - heute heißt diese Veranstaltung des Civilclubs „Kulturcafé“. Früher, so erzählt sie, hätten diese Zusammenkünfte fast familiären Charakter gehabt. Zu den inhaltlichen Themen gab es sehr gute Referentinnen und Referenten. Viel Aufwand wurde bei der praktischen Vorbereitung getrieben. Selbstgebackene Kuchen und Torten wurden von den Damen mitgebracht, die Tische wurden liebevoll gedeckt und dekoriert, und nach den Versammlungen wurde selbst aufgeräumt und gespült – das alles in einer sehr fröhlichen, gemütlichen und persönlichen Atmosphäre. Wie lange und stark Marga Pieke, die Gattin unseres Altpräsidenten Dr. Helmut Pieke, sich für den Damenkaffee engagierte, ist Edith Seifert in besonders guter Erinnerung.

Wenn sie an die gemeinsamen Ausflüge des Civilclubs zurück denkt, gerät Edith Seifert geradezu ins Schwärmen. Sie erinnert sich mit großer Freude vor allem an die „wunderbaren Radtouren, die damals das Ehepaar Heinz und Helga Schröter-Schocher organisiert hat“. Das waren manchmal sogar mehrtägige Fahrten, tagsüber radelte man viele Kilometer, abends saß man in gemütlicher Runde bei einer Flasche Wein und übernachtete dann im Hotel. Schröters haben die CCRadlergruppe auch einmal ins eigene Häuschen im Spessart eingeladen. Eindrücklich war auch eine ganz besondere Rad- und Schiffstour, die von Charlotte Klümke und David van der Veen im Jahre 2009 für den Civilclub veranstaltet wurde. Im Reisebus ging es los, die Fahrräder wurden im Anhänger verstaut. In Amsterdam bestieg man einen umgebauten Frachter namens Saram und bezog die zehn Doppelkabinen. Dann ging es in einer großen Rundtour weit durch die Niederlande, zu Wasser auf dem Schiff und zu Land auf dem Fahrradsattel bei den zahlreichen Exkursionen und Besichtigungen, alles in einer sehr guten und fröhlichen Atmosphäre.

Ja, die Gemeinschaft, das gute Miteinander, der persönliche Austausch – das ist es, was Edith Seifert besonders gefällt am Civilcub. Die Vorträge mit ihren vielfältigen Themen bringen ihr wertvolle Erweiterungen des geistigen Horizonts – aber am Wichtigsten ist für sie das Sich-Wiedersehen oder Sich-Kennenlernen, das Sich-Begrüßen und Sich-Austauschen, bei den Abendveranstaltungen zuerst unten im Foyer beim Sektempfang und dann oben in den Tischrunden beim gemeinsamen Essen. Sie sagt: „Man fühlt sich wie in einer großen Familie.“

JKI