Batterieforschung

Es ist eine der Schlüsselfragen für den Erfolg der Energiewende: Wie kann es gelingen, erzeugten Strom langfristig zu speichern, in großen Mengen und auf möglichst kleinem Raum und das auch noch kostengünstig?

Einen wichtigen Beitrag dazu liefert die Forschung in Münster mit ihren einschlägigen Forschungseinrichtungen: • MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster • HI MS, Helmholtz-Institut Münster, Institutsbereich des Forschungszentrums Jülich • FFB Forschungsfertigung Batteriezelle im Hansa Businesspark Amelsbüren

MEET und HI MS sind international führende Einrichtungen in der Forschung und Entwicklung elektronischer Energiespeicher. Der Entwicklungsfokus richtet sich auf neue Materialien und Komponenten für Lithium-Ionen-Batterien, Lithium-Metallbatterien sowie alternative Batteriesysteme wie Feststoffbatterien und Massenspeicherbatterien. Eine Herausforderung der Entwicklung besteht darin, einer Reihe von Zielsetzungen möglichst nahe zu kommen. Diese sind: geringe Kosten, hohe Sicherheit, Nachhaltigkeit, lange Lebensdauer, hohe Energiedichte und starke Leistung. Dies alles miteinander in Einklang zu bringen, um die „Superbatterie“ zu entwickeln, ist eine hohe Herausforderung mit zahlreichen Hürden und langer Entwicklungszeit. Die Zuversicht, das Optimum dieser Anforderungen zu erreichen, ist jedoch groß.

Deutschland hat sich aus einer Nachholposition in der Batterieforschung wieder an die Weltspitze hochgearbeitet. Wie entwickelt sich die Elektromobilität auf der Straße? Der Absatz von Elektroautos erfolgte bislang nur schleppend. Die hohen Absatzerwartungen, die man noch zu Beginn hatte, haben sich noch nicht erfüllt. Das Dilemma des Elektroautos besteht darin, dass es „anders“ ist. Während für die Bewältigung einer 1000 km langen Strecke eine Tankfüllung Diesel von ca. 60 Litern und 50 kg Treibstoffgewicht ausreicht, benötigt ein Elektroauto für dieselbe Strecke eine Batterie mit einem Gewicht von 750 kg.

Andererseits stößt der Verbrennungsmotor neben Wasserdampf eine enorme Menge an CO2 aus, die einfach in die Atmosphäre abgegeben wird. Müsste der Wagen dieses Volumen an Bord speichern, so müsste er einen riesigen Ballon mit sich führen. Man sieht also, ein Vergleich beider Energieträger ist nicht leicht.

Damit das Elektroauto in Zukunft attraktiver wird, muss die Zielsetzung darin bestehen, das Gewicht und auch den Preis der Batterie zu senken. Bei dieser Anforderung ist man im MEET zuversichtlich, in Zukunft ein Batteriegewicht von unter 300 kg zu erreichen. Um die anspruchsvollen Aufgaben der Batterieforschung auch finanziell bewältigen zu können, sind Fördermittel vom Land und dem Bund unabdingbar. Die Batterieforschung in Münster, insbesondere das FFB (Forschungsfertigung Batteriezelle), hatte vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Mittel in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro zugesagt bekommen.

Leider sind unter den Sparzwängen der Ampelregierung wieder erhebliche Fördermittel gestrichen worden. Deutschland steht im Wettbewerb der internationalen Batterieforschung. Die Spitzenposition in der Batterieforschung, die sich Münster erarbeitet hat, ist nun durch die Kappung der Mittel wieder gefährdet. Es bleibt zu hoffen, dass die neu gewählte Regierung die Bedeutung der Forschung erkennt und einen Weg findet, die bewilligten Mittel wieder zur Verfügung zu stellen. Hierbei könnte ein neues „Sondervermögen“ ins Spiel gebracht werden.

Herr Prof. Winter hatte uns in einem spannenden und praxisnahen Vortrag einen Einblick in die Batterieforschung und ihre Herausforderungen gegeben. Hinsicht- lich der finanziellen Situation schloss er seinen Vortrag mit der lakonischen Aussage: „Es kann nur noch besser werden“. Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Winter ergab sich eine lebhafte Fragerunde. DIETER UND ELKE VON SCHWERTFÜHRER