Isenheimer Altar

Immerhin 38 Personen hatten sich angemeldet, um dem VideoVortrag von Dr. Martin Dziersk am 22. Februar zum Isenheimer Wandelaltar zu folgen, der in einem Museum in Colmar steht. Dies war die bei weitem bestbesuchte Video-Veranstaltung, die der CC bislang organisiert hat. Im Mittelpunkt dieser Abendveranstaltung des CC standen die wunderbaren Bildtafeln des Isenheimer Altars, die Mathis Gothart Nithart, genannt Grünewald, in den Jahren 1512 - 1516 geschaffen hat und die zu Recht als eines der Hauptwerke der Renaissance gelten. Unser Referent, Dr. Martin Dziersk, ist ein Kunsthistoriker mit profunden Fachkenntnissen, die von der Antike bis zur Moderne reichen, und der mit einer kunstwissenschaftlichen Arbeit über Wassily Kandinsky zum Dr. phil. promoviert wurde. In einem kenntnisreichen und kurzweiligen Video-Vortrag führte er uns auf eine spannende, nahezu kriminalistisch anmutende Entdeckungsreise durch die vielschichte und symbolträchtige Bildsprache des Isenheimer Wandelaltars. Und ganz nebenbei erfuhr man auch noch etwas über viele interessante Details der Kunst- und Religionsgeschichte, so etwa über die Entstehung des Gregorianischen Kalenders, die Bedeutung der Sonnengötter, die Pfauenfeder als Symbol der Todsünde Hochmut (superbia) oder die Kräuter-Bestandteile des sog. „Antoniustranks“. Etliche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung haben den Isenheimer Altar schon einmal besucht und bewundert. Durch die vielfältigen Hintergrundinformationen zu den Bildtafeln und deren Einordnung in die abendländische Kunstgeschichte durch Herrn Dr. Dziersk hat sich aber noch einmal ein ganz anderer und auch überraschender Blick auf dieses bedeutende Werk von Grünewald ergeben. Es zeigt sich wieder einmal, dass man nur das sieht, was man schon weiß. Dafür noch einmal vielen Dank an den Referenten! Matthias Sauter